Gladow Bande

Werner Gladow war der Al Capone von Friedrichshain – und ein Filmfreak, der sein Wissen aus amerikanischen Gangsterfilmen bezog. 1950 wurde er hingerichtet, da war er gerade mal 19 Jahre alt – nun kümmert er sich als W. Gladow um Programm & Propaganda der Tilsiter Lichtspiele und des ZUKUNFT am Ostkreuz, zu dem auch das Kino Zukunft und das Freiluftkino Pompeji gehören – alle in Friedrichshain gelegen.

Im Mai 1931 wurde Werner Gladow geboren, der genaue Geburtstag ist leider nicht bekannt. Er war 15 Jahre alt, als er die ersten Dinger starten ließ. Bis zu seiner Verhaftung am 03. Juni 1949, also in gerade mal 3 Jahren, rekrutierte er fast 100 Kriminelle für seine Bande und beging mehr als 120 Raubüberfälle und andere Straftaten. Sein wichtigster Mann war der Scharfrichter Gustav Völpel, von dem er die wichtigsten Tips bekam. Am 21. März 1950 beginnt der Prozeß gegen die führenden 11 Mitglieder Gladowbande in Ostberlin, am 05.12. (andere Quellen erwähnen den 10.11.) 1950 wird Gladow hingerichtet. Völpel wird 1957 aus der Haft entlassen, er stirbt zwei Jahre später, völlig verarmt.

Gladow – Ein Gedicht von Thomas Brasch

Die Straße still, ein heller Morgen
da steckt einer seinen Revolver weg
da liegt ein Toter auf dem Pflaster
und fährt ein großes Auto ums Eck.

Von weitem eine Sirene:
das Lied von Arbeit und Polizei:
die Fenster werden geöffnet geschlossen:
Ein Mörder war hier und ist vorbei.

Der Tote mit aufgerissenem Auge
hat weiße Strümpfe an.
Die Straße liegt still, ein heller Morgen:
so fangen die schönsten Tage an.

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